Laptop und Notizbuch auf Tisch

Pausen

Im Fokus - Pausen gemäss Arbeitsgesetz

Von Andreas Mathys

Damals. Jeder von uns kennt es vermutlich nur zu gut aus seiner eigenen Schulzeit. Ring. Es gibt kein Halten. Die mahnenden Worte der Lehrperson ignorierend, drängen quirlige Kinder durch die Tür. Raus auf den Flur. Rennend, halb auf Knien schlitternd bahnen sich die jungen Menschen ihren Weg durch fliegende Finken und Jacken raus an die frische Luft. Das eine oder andere Pausenbrot wird es auch heute nicht bis ans Sonnenlicht schaffen. Zu gross ist der Glust aufs Znüni. Äpfel und Gurken schaffen es immer. Die Vögel freuts, den Hauswart weniger.

Die grosse Pause nimmt ihren Lauf. Auch für die Lehrpersonen. Wer nicht gerade Pausenaufsicht hat, gönnt sich einen Kaffee im Lehrerzimmer. Das Lehrerzimmer. Der Ort, den man als Kind möglichst meidet. Für Lehrer die Gelegenheit, Gerichte und Gerüchte zu konsumieren. Der Ort, wo vertrauliche Informationen den Besitzer wechseln. Nur im Lehrerzimmer? Mitnichten. Ich bin überzeugt, dass jeder Pausenraum voll von Geschichten und Geheimnissen ist. Ein Treffpunkt, an dem Informationen fliessen. Bereichsübergreifend, was für die interne Kommunikation durchaus wertvoll ist.

In der Schulzeit konnte man sich einen Morgen ohne Pause nicht vorstellen. Nicht so in der Arbeitswelt. Je nach persönlichen Präferenzen möchte der eine oder andere Mitarbeitende seine Sollzeit möglichst in einem Block abarbeiten. Ohne Pause, möglichst an einem Stück. Erlaubt ist dies nicht. Arbeits- und Ruhezeiten sind im Arbeitsgesetz geregelt.

Pausen dienen zur Verpflegung und zur Erholung. Der Zweck ist nur erfüllt, wenn die Hauptpause etwa in der Mitte der Arbeitszeit gewährt wird. «Pausen» am Anfang oder am Ende der Arbeitszeit sind keine echten Pausen und gelten nicht als gewährt. Im Sinne des Arbeitsgesetzes gilt jeder Arbeitsunterbruch, der von den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zur Verpflegung und Ruhe genutzt werden kann, als Pause. (Art. 18 ArGV 1)

Die Pausen gelten als Arbeitszeit, wenn die Arbeitnehmenden ihren Arbeitsplatz nicht verlassen können. Sofern sich die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen unter vertretbaren hygienischen Bedingungen ausruhen und verpflegen können, gilt die Pause am Arbeitsplatz als gewährt; sie muss jedoch an die Arbeitszeit angerechnet werden. (Art. 15 Abs. 2 ArG)

Die Arbeit ist durch Pausen von folgender Mindestdauer zu unterbrechen: (Art. 15 Abs. 1 ArG)

Grundsätzlich muss bei einer täglichen Arbeitszeit von fünfeinhalb Stunden eine Pause von einer Viertelstunde gemacht werden. Bei einer Präsenzzeit von 5 Stunden und 31 Minuten ist lediglich eine Mindestpause von einer Minute einzuhalten, da die effektive Arbeitszeit ohne Pause nicht mehr als 5 Stunden und 30 Minuten beträgt. Wäre die Pausendauer länger als 1 Minute, so würde die Arbeitszeit weniger als 5 Std. und  30 Min. betragen, womit gemäss Gesetz keine Pause nötig ist.

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